Am 25. März 2026 traf sich das Bündnis Faire Arbeitsmigration im Bischof-Leiprecht-Haus in Stuttgart-Degerloch. Im Mittelpunkt des Treffens standen aktuelle Entwicklungen aus der Beratungspraxis, politische Aktivitäten sowie die weitere Zusammenarbeit im Kampf gegen Arbeitsausbeutung.

Die beteiligten Organisationen berichteten von einer hohen Zahl an Beratungsfällen, insbesondere in Branchen wie Bau, Logistik, Fleischindustrie, Pflege und Landwirtschaft. Häufige Probleme sind ausbleibende Lohnzahlungen, unrechtmäßige Kündigungen, überlange Arbeitszeiten sowie mangelhafte oder verweigerte medizinische Versorgung nach Arbeitsunfällen. Besonders betroffen sind migrantische Beschäftigte, darunter zunehmend auch Drittstaatsangehörige, die sich oft in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen befinden. Auch neue Entwicklungen wie Drohungen mit branchenweiten Hausverboten oder systematische Lohnabzüge wurden thematisiert.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der politischen Arbeit. Diskutiert wurden unter anderem aktuelle Initiativen auf Landesebene sowie Erfahrungen aus Anhörungen zum Mindestlohn. Zudem wurde über Strategien beraten, wie Missstände, etwa in der Landwirtschaft, besser dokumentiert und öffentlich gemacht werden können.

Das Bündnis arbeitet zudem an einer gemeinsamen Ausstellung zum Thema Arbeitsausbeutung, die bis Herbst 2026 fertiggestellt und an verschiedenen Orten gezeigt werden soll. Begleitend ist eine öffentliche Auftaktveranstaltung geplant.

Abschließend wurde vereinbart, die interne Zusammenarbeit weiter zu strukturieren und eine Strategiegruppe einzurichten, um die zukünftige Ausrichtung des Bündnisses gezielt voranzutreiben.