Diese Landwirtschaftsaktion fand am 28.05.2026 statt, um Saisonarbeiter über ihre Rechte zu informieren und kurze Gespräche über ihre Arbeitsbedingungen zu diskutieren. Daran beteiligt waren: IG BAU Baden-Württemberg (Andreas Harnack), Betriebsseelsorge (Matthias Schneider), Faire Mobilität (Justyna Oblacewicz und Bojana Spalevic), Fairen Arbeit Baden-Württemberg (Alexandra Cojocaru und Alexandru Urea).
Beim ersten Erdbeerfeld in Nürtingen-Neckarhausen wurden zahlreiche überwiegend rumänischsprachige Saisonarbeiterinnen angetroffen. Darunter befanden sich auch ungarischsprachige Rumäninnen sowie Romanes sprechende Aushilfen.
Es wurden Flyer verteilt und kurze Gespräche geführt, überwiegend mit zwei rumänischen Vorarbeitern. Diese berichteten von guten Arbeitsbedingungen und erklärten beispielsweise, dass der Mindestlohn von 13,90 Euro eingehalten werde. Beide Vorarbeiter arbeiten nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren im selben Betrieb und äußerten sich zufrieden mit ihrer Situation. Außerdem behaupteten sie, dass die Saisonarbeiter*innen ihre Arbeitsverträge auch in rumänischer Sprache erhalten, Sozial- und Krankenversicherung ordnungsgemäß abgewickelt werden und alle ihre Lohnabrechnungen bekommen.
Die Aussagen der Saisonarbeiter*innen zeichneten jedoch teilweise ein anderes Bild. Mehrere Personen berichteten, pro Kiste bezahlt zu werden, betonten jedoch zugleich, dass sie mindestens auf einen Stundenlohn von 13,90 Euro kämen. Vor diesem Hintergrund fragten wir nach, wie lange sie durchschnittlich für eine Kiste benötigen. Darauf erhielten wir jedoch keine konkrete Antwort.
Bezüglich der Arbeitsverträge erzählten verschiedene Personen, dass sie keine rumänischsprachige Übersetzung oder Kopie erhalten hätten. Dennoch gingen sie davon aus, dass es sich um „einen ganz normalen Saisonarbeitsvertrag“ handle. Lohnabrechnungen würden ihnen erst am Ende der Saison ausgehändigt.
Die Unterbringung erfolgt in Containern, die jeweils von zwei Personen bewohnt werden. Die Wohnbedingungen wurden insgesamt als mittelmäßig beschrieben.
Zu den Arbeitszeiten gab es unterschiedliche Angaben. Einige berichteten, gewöhnlich von etwa 5 Uhr morgens bis 17 Uhr zu arbeiten – an sechs Tagen pro Woche. Andere erklärten, sie würden täglich arbeiten, sonntags jedoch kürzer. Wieder andere sagten, die Arbeitszeit hänge von den Bestellungen ab. An Tagen mit geringer Nachfrage arbeiteten sie teilweise nur etwa fünf Stunden.



Beim nächsten Feld in Köngen wurden leider keine Saisonarbeiter*innen angetroffen.
Auf dem Weg zum darauffolgenden Erdbeerfeld sahen wir auf einem Salatfeld acht Arbeiter*innen und gingen auf sie zu. Wir erklärten ihnen, wer wir sind und was wir machen.
Die Arbeiter*innen berichteten von guten Arbeitsbedingungen. Sie erhalten nach eigenen Angaben den Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Für ihre Unterkunft zahlen sie selbst 120 Euro pro Person und Zimmer. Die Zimmer werden jeweils von zwei Personen bewohnt. Auch die Hin- und Rückreise nach Deutschland müssen sie selbst finanzieren.
Außerdem erklärten die Feldarbeiter*innen, dass sie ihre Arbeitsverträge erst nach ihrer Ankunft in Deutschland erhalten.
Wir sprachen auch das Thema Arbeitszeiten an. Die Arbeiter*innen beginnen ihre Arbeit gegen 5:30 Uhr und arbeiten in der Regel bis etwa 17 Uhr. Auf die Frage, ob sie dabei regelmäßig mehr als zehn Stunden arbeiten, stimmte eine jüngere Arbeiterin zu. Bezüglich der Pausen sagte sie außerdem, dass sie „eh nicht versteht, wie das abläuft“.
In einem weiteren Gespräch erklärte ein Arbeiter, dass er insgesamt zufrieden mit seiner Arbeit sei. Er berichtete, zuvor in Deutschland als Zusteller bei Amazon gearbeitet zu haben. Im Vergleich dazu gefalle ihm die Arbeit in der Landwirtschaft deutlich besser, da er bei Amazon ständig unter Zeitdruck gestanden habe, was bei der Feldarbeit nicht in gleichem Maße der Fall sei.



Beim nächsten Feld in Deizisau sahen wir einige Saisonarbeiter*innen auf dem Feld. Diese verließen das Feld jedoch wenige Minuten nach unserer Ankunft mit einem Feldtransporter, vermutlich um Pause zu machen.
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